Der Blick ins Weltgeschehen und in die vielen widersprüchlichen Meinungen, die wir uns als Menschfamilie gerade um die Ohren hauen… zeigt uns das nicht auch immer deutlicher, dass wir es im Grunde nur mit einem ausschnitthaften Blick zu tun haben?
Aus dem Feld gelesene Antwort:
Sich eine Vorstellung davon zu machen, was in einer Sache wahr oder unwahr ist, ist ein wenig so, als würde man die Sandkörner einer Wüste exakt bestimmen wollen .. und das .. kann wohl nur eine fadenscheinige Annahme sein.

Warum gerade dieses Bild …?
Um im Hinblick auf Wahrheit weniger pedantisch zu verteidigen, was für wahr gehalten wird .. als vielmehr offen dafür zu bleiben, dass Wahrheit immer auch mehr ist, als die momentane Ansicht von ihr.
Die ein oder andere der momentanen Wahrheiten könnte womöglich gerade weitere Kinder gebären. Nichts daran ist also abgeschlossen. Wahrheit gebärt sich immer wieder neu. Und Unwahrheit ist im Grunde nicht mehr als im Gebären liegende Wahrheit. Sie ist ebenfalls nicht abgeschlossen oder gar festlegbar .. denn auch in sie sickert Wahrheit ein.
Wahrnehmend erfassen, was der Wahrheit am nächsten kommt, spricht weit mehr ihre Sprache, als sich darüber Vorstellungen zu machen, was in dieser Welt gerade wahr oder unwahr ist.
Was nun diese Zeitqualität anregt, ist eine innere Haltung, den Wahrheiten oder Unwahrheiten Veränderung zuzugestehen. In der Verführung, sich für Wahrheit aufzureiben, liegt auch die Verführung, sie zu verteidigen. Und hier wird sie zu einem Besitz. Wie könnten jedoch die Erscheinungen von Wahrheit in dieser Welt jemals besessen werden… ?
Fühlbaren Unwahrheiten gegenüber unbeteiligt zu bleiben und ein Gefühl für ahnende Wahrheit in sich warmzuhalten, verhilft dazu, sich auszurichten auf das, was gerade wirk~lich wahrnehmbar ist .. und so der Kraft der Wahrheit nicht im Weg herumzustehen.
Dieser Zeitmoment ist als ein großes Tauziehen zu verstehen, in dem es jedoch darum geht, sich am Tau selbst zu versöhnen.
Es geht nicht darum, mit der ‚richtigen‘ Wahrheit zu gewinnen.
Es geht darum, in Versöhnung zu gelangen .. in sich selbst.
Diese Welt blättert das Menschsein in Geschichten hinein, damit der Mensch an den Geschichten er~wachen kann. Nicht, um in ihnen hängen zu bleiben.
Lass dich nicht verführen.
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Juliette Klinger ~Wachflüsterin~
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